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Mit GLARA die Bernardgasse NEU gestalten: Erfolgreicher Abschluss der ersten Beteiligungsphase

Anlässlich von Sanierungsarbeiten an der Wasserleitung wird die Bernardgasse in Wien Neubau unter Einbindung der Nachbarschaft umgestaltet: Die Straße soll zukunfts- und klimafit werden. Das Forschungsprojekt GLARA (Green Living Augmented+virtual Reality) begleitet diesen Prozess in Kooperation mit der Bezirksvorstehung und setzt dabei erstmals innovative Augmented und Virtual Reality Technologie zur Visualisierung des Mikroklimas ein.

 In der Bernardgasse finden sich nicht nur ein bemerkenswertes Ensemble historischer Gebäude, sondern auch schmale Gehsteige, parkende Autos, Hitze im Sommer und kaum Platz zum Verweilen.

Die für Herbst 2022 geplanten Sanierungsarbeiten der Wasserleitungen bieten die Chance das zu ändern – ein vorangestellter Beteiligungsprozess soll dafür sorgen, die Neugestaltung auf die Bedürfnisse der Nachbarschaft maßzuschneidern. Mittlerweile wurde die erste Beteiligungsphase unter reger Teilnahme abgeschlossen.

 

Die Neubauer*innen kommen zu Wort

Am 14. Oktober fiel der Startschuss zum Beteiligungsverfahren „Bernardgasse NEU“ mit einer sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung. Knapp 80 Personen sammelten in kleinen Arbeitsgruppen gemeinsam erste Visionen und Ideen. Danach boten Info-Points vor Ort eine Woche lang die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch. Gleichzeitig nützten viele Teilnehmer*innen das Angebot, über eine Umfrage und über die GLARA-App Rückmeldungen zu geben und weitere Ideen einzubringen.

Ein Video aus dem Prozess vermittelt einen lebhaften Eindruck über den Ablauf der ersten Beteiligungsphase.

 

Beteiligung mit innovativer 3D-App

Wesentlicher Teil des Forschungsprojekts GLARA, ist die Entwicklung einer App zur Visualisierung der erwarteten Effekte von Planungen auf das Umgebungsklima (z. B. durch Begrünung). Basis dafür sind mikroklimatische Simulationen durch GREENPASS. Seit 14. Oktober ist die GLARA-App online abrufbar. Bereits jetzt kann darüber das Umgebungsklima eines heißen Sommertags in der Bernardgasse – so wie es im aktuellen Zustand entsteht – digital erlebt werden. Visualisiert wird das mittels Augmented- und Virtual-Reality. Sobald der erste Planungsentwurf vorliegt, wird das Planungsszenario in der App ergänzt. Ab dann kann das simulierte Mikroklima mit dem aktuellen Status Quo verglichen werden.

 

Das sagt die Nachbarschaft

Die detaillierten Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase liegen mittlerweile als Bericht vor. Die wesentlichsten Punkte daraus: Die Umfrage wurde 172 Mal ausgefüllt. Hinzu kamen hunderte weitere Kontakte und Rückmeldungen und Inputs aus der Auftaktveranstaltung und den Info-Points. Einig war man sich vor allem bei einem: die Nachbar*innen leiden sehr unter der starken Verschmutzung der Straße – vor allem mit „Hundstrümmerln“. Viel Zuspruch fand auch der Wunsch nach mehr Begrünung. Ein großes Thema war außerdem die gerechte Aufteilung des Straßenraums – letztlich ist es für alle Verkehrsteilnehmer*innen zu eng. Der deutliche Trend ging aber vor allem zum Wunsch, die Autodominanz zu verringern, verkehrsberuhigende Maßnahmen einzuführen und Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen mehr Platz einzuräumen.

 

Wie geht es weiter?

Aktuell sind die Planer*innen am Zug. Sie haben den Auftrag, das Ergebnis der Befragungen in einen ersten Entwurf einfließen zu lassen. Dieser wird im Frühjahr 2022 vorgestellt und mit der Nachbarschaft in einer zweiten Beteiligungsrunde besprochen.

Die finale Planung auf Basis der Ergebnisse der zweiten Beteiligungsphase wird schließlich im Juni 2022 präsentiert.

                                                                                                               

Mehr Informationen rund um das Forschungsprojekt GLARA und aktuelle Informationen zum laufenden Beteiligungsprozess finden sich unter: www.glara.info